- Die Religion ist Opium für das Volk -
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Das Vorleben des neuen Chefs der Schweizer Garde

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Ab dem 1. Dezember bekommt die Schweizer Garde in Vatikanstadt einen neuen Kommandanten. Den 36-jährigens selbstbewussten, karriereorientierten aber auch ungestüm Daniel Anrig von der Glarner Kantonspolizei. Besonders gern unternahm er als Chef der Kantonspolizei Hausdurchsuchungen in Asylbewerberheimen. So auch im Jahre 2003 in dem Asylbewerberheim Rain von Ennenda. Offiziell wurde nach Drogen gesucht. Gleichzeitig erkannte die Polizisten die Gelegenheit, einmal so richtig Guantanamo-Feeling aufkommen zu lassen. Sie fesselten die Asylbewerber an Händen und Füssen, entkleideten und fotografierten sie und zogen ihnen einen Stoffsack über den Kopf und hielten sie dann für sechs Stunden im Aufenthaltsraum fest. Drogen wurden dagegen keine gefunden. Umso stärker war das Medienecho. Das Schweizerische Rote Kreuz, das die Heime führt, ganzen Beitrag lesen… »

Kündigung bei Kirchenaustritt

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Das christliche Gewerkschaften ja dafür bekannt sind, das sie ihren Mitglieder nicht das schwarze unter dem Fingernagel gönnen. Jetzt hat das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz (LAG) in Mainz entschieden, die Kündigungsvorschrift des Kirchenrechts stehe nicht im Widerspruch zur Gewissens- und Glaubensfreiheit. Eine Pflegerin genießt keinen gesetzlichen Kündigungsschutz, wenn sie nach ihrem Kirchenaustritt ihren Arbeitsplatz in einem kirchlichen Alten- und Pflegeheim verliert. Der Arbeitgeber hatte der Klägerin gekündigt, nachdem sie aus der Kirche ausgetreten war. Die Frau machte nun geltend, das Grundgesetz garantiere auch das Recht, keiner Religionsgemeinschaft angehören zu müssen. Außerdem verbiete das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz jede Benachteiligung wegen des religiösen Bekenntnisses. Das LAG ließ sich von beiden Argumenten nicht überzeugen. Die Kirchen hätten das Recht, von ihren Mitarbeitern «ein loyales und aufrichtiges Verhalten» im Sinne ihres eigenen Selbstverständnisses verlangen zu können. Kirchenrechtlich zähle der Austritt zu den schwersten Vergehen gegen den Glauben und die Einheit der Kirche.
Kirchensumpf: Es lebe die Religionsfreiheit und die deutsche Rechtssprechung!

Homosexualität und die Kirchen

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Gene Robinson ist der erste offen bekennende homosexuelle anglikanische Bischof. Der Mann aus New Hampshire ist der erste zum Bischof erkorene bekennende homosexuelle Geistliche der anglikanischen, nein irgendeiner Kirche auf der Welt. Ein Pionier also, freilich auch ein Pionier der Kontroverse, denn um ihn als Bischof, bei seiner sexuellen Orientierung, wabert und wogt eine zersetzende Debatte. Robinsons sanfte Radikalität zielt auf die kirchlichen Lehrinhalte, vor allem die Verdammung der Homosexualität durch die Bibel, seit 2000 Jahren gepredigt. Der Bischof skizziert die Etappen seiner Selbstfindung: Die Angst vor dem Sich-Outen, der verzweifelte Versuch, heterosexuell zu leben (er war verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter), schließlich die Akzeptanz seiner Selbst. „Homosexualität habe ich mir nicht ausgesucht. Es ist meine Natur!“ So spricht der Bischof seine Botschaft wider alle Phobien der Geschichte, alle Pogrome, die jemals im Namen der Bibel gegen „die Anderen“ geführt wurden. Was ihr in der Bibel lest, es muss nicht so sein – Jonas im Bauche des Wals, Methusalems Alter, oder eben die Verdammung von Menschen, die nichts dafür können, so geschaffen zu sein, wie Gott sie in seiner „Inklusivität“ schuf. „Es ist nicht an uns, zu bestimmen, wer ‚in’ ist und wer ‚out’. Sich unwürdig fühlen, gehört nicht zum Bild der Kirche, wie Gott sie gewollt hat.

Kirchensumpf: Auch die deutschen Kirchen sind, was andersartige Sexualität angeht, immer noch im Mittelalter und Toleranz zu diesem Thema ist beiden deutschen Kirchen fremd.

Universität Eichstätt und kein Ende

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Der bisherige Kanzler Heydte wurde mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Grund seien Zweifel an seiner Arbeitsweise, teilte Bischof Hanke mit - der Kampf um mehr kirchlichen Einfluss an der Hochschule hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Hintergrund war der Streit um den früheren Topmanager Hemel, der im Januar mit zwölf Ja- und vier Neinstimmen zum Präsidenten gewählt wurde. Er scheiterte, weil der Vatikan die Unbedenklichkeitserklärung (”nihil obstat” - “nichts steht entgegen”) verweigerte. Heydte war im November 2006 unbefristet zum Kanzler bestellt worden. Offizielle Gründe wurden nun auch für seine sofortige Beurlaubung nicht genannt. Nur soviel ist bekannt: Nach Angaben des Bischöflichen Ordinariats soll es in der jüngsten Vergangenheit kirchenintern erhebliche Zweifel an der Transparenz der hochschulinternen Vorgänge gegeben haben. Der Vorsitzende der katholischen Bischöfe Bayerns, der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, betonte, alle Oberhirten trügen die Entscheidungen Hankes voll mit. Hanke setze “wichtige Schritte für eine von uns allen gewünschte gute Zukunft unserer Hochschule”. Den Bischöfen gehe es um eine Profilierung und Weiterentwicklung der KU und eine bessere Positionierung. Die Ankündigung Hankes, den Einfluss der katholischen Kirche auf die Hochschule auszuweiten, hatten Studenten und Lehrende in den vergangenen Tagen scharf kritisiert. Der bisherige kommissarische Vorsitzende der Hochschulleitung, Stefan Schieren, hatte vor kurzem angekündigt, dieses Amt Ende Juni niederzulegen. Auch der Senatsvorsitzende Maximilian Fuchs war von seinem Amt zurückgetreten.

Zucht und Ordnung - Im Namen von Kirche und Staat

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Ein düsteres Kapitel deutscher Erziehung beleuchtet die Dokumentation “In den Fängen der Fürsorge”, die das ZDF am Mittwoch, 4. Juni 2008 ausstrahlte.


Die heute 47-jährige Carola Koszinoffski wuchs von 1961 bis 1974 im Kinderheim St.Josef im rheinischen Eschweiler auf. Als Neunjährige wurde sie von einer Ordensschwester nachts aus dem Bett geholt und musste im Garten ihr Grab ausschaufeln - die Schwester hielt dies für eine geeignete Erziehungsmaßnahme. Und das war nicht die einzige Einschüchterung und Quälerei: Es gab Psychoterror, Schläge, stundenlanges Einsperren im Keller. Auch die Regeln der Schwestern des Ordens “Arme Dienstmägde Jesu Christi” sprechen ihre eigene Sprache: Wecken um fünf Uhr, Putzen noch vor der Schule, ab 17 Uhr Trinkverbot, Toilettenbesuch nur zu festgesetzten Zeiten. Kaum einer der damaligen Erzieher ist bereit, über die qualvollen “Erziehungsmethoden” zu sprechen. Doch Günther Matschke, der Anfang der 1960er Jahre als Diakon im Knabenheim Westuffelen bei Werl gearbeitet hatte, sagt in der ZDF-Dokumentation: “Ich habe mich schuldig gemacht. Das tut mir heute noch weh, die Jahre, die man da Menschen misshandelt hat. Unser ganzer Stil war im Grunde gewalttätig.” Ein sehr dunkles Kapitel der frühen Bundesrepublik Deutschland. Und ein Reportage die tief bewegt und nicht mal ansatzweise deutlich machen kann, was der Gefühlswelt dieser Kinden angetan wurde.

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