In Frankreich als Sekte eingestuft
Die Scientology-Organisation muss sich in Frankreich wegen “Betrugs und krimineller Bandenbildung” gerichtlich verantworten. Wie am Montag aus Justizkreisen bekannt wurde, ist am Pariser Landgericht auf Anordnung des Untersuchungsrichters Jean-Christophe Hullin ein Verfahren gegen sieben Mitglieder der Organisation eröffnet worden. Unter ihnen befindet sich auch Alain Rosenberg, Direktor von Scientology in Frankreich. Im Rahmen desselben Verfahrens sind die sieben Mitglieder der Organisation auch der “illegalen Ausübung des Apothekerberufs” angeklagt. “Das ist ein großer Sieg”, sagte der Anwalt der zivilrechtlichen Nebenkläger, Olivier Morice, und fügte hinzu: “Der Richter hatte den Mut, das fügsame Verhalten der Staatsanwaltschaft gegenüber Scientology wegzufegen.” Einen Termin für den in Paris geplanten Strafprozess gibt es noch nicht. Als Nebenkläger tritt auch der französische Apotheker-Verband auf. Eine Verurteilung könne die Auflösung der Organisation zur Folge haben, sagte ein Justizsprecher am Montag in Paris.
1995 wurde eine erste Scientology-Vereinigung aufgelöst, weil sie sich weigerte, Steuern zu zahlen, weil ihr der Status als Kirche verweigert wurde. Im Februar sorgte die Kabinettschefin von Präsident Nicolas Sarkozy für Aufsehen, weil sie offen die Frage stellte, ob Scientology tatsächlich eine Gefahr darstelle. Sarkozy, der als Minister Scientology-Promi Tom Cruise empfing, versicherte darauf, der Staat werde “größtmögliche Härte” gegenüber Sekten zeigen.
In Belgien durchsuchte die Polizei im April 08 das Scientology-Hauptquartier in Brüssel, wo Dokumente und Computer beschlagnahmt wurden. Auch dort wird gegen die Organisation wegen Betrugsverdachts ermittelt.

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