Wir schreiben ja sonst nur kritische Beiträge über Kirchen und Relgion. Heute wollen wir auch einmal lobende Worte finden. Und zwar über den evangelischer Theologe Ulrich Duchrow, geboren 1935, Professor für systematische Theologie an der Universität Heidelberg und ein Gründungsmitglied der Globalisierungsnetzwerkes ATTAC. Der Wochenzeitung für die evangelisch-lutherische Landeskirche Sachsen hat Duchrow am 19. Mai ein bemerkenswertes Interview gegeben. Unter dem Titel “Wohin treibt Europa?” beantwortet der Kirchenmann sehr kritisch Fragen zu dem , durch den Deutsche Bundestag, schon verabschiedete EU-Reformvertrag. In diesem Interview vergisst er nie sein eigenens Verständnis zum christlichen Glauben in Zusammenhang mit Europa und kritisiert auch die deutschen Kirchen für ihr Schweigen zu diesem Machwerk.
Das Schweigen hängt mit der Anpassung der Kirchen an die Macht zusammen. Ich erwarte von den Kirchen, dass sie sich im Interesse der Mehrheit der Menschen und der Erde den klaren Positionen der weltweiten Ökumene und den sozialen Bewegungen wie Attac anschließen.
In seinem einen Artikel “Der Gott der EU-Verfassung” hat sich Duchrow mit einer Reihe problematischer Bestimmungen des EU-Verfassungsentwurfs befasst.
Wie immer man diese Diskussion beurteilen mag, interessant wäre es gewesen, wenn die Kirchen sich auch einmal gefragt hätten, welcher Gott denn inhaltlich in dem vorliegenden Entwurf der Verfassung angebetet wird. Auch die europäischen Kreuzzüge beriefen sich auf Gott. Auch Herr George W. Bush, auch Herr Osama Bin Laden führen Gott im Munde und meinen damit imperialen Staats- und anti-imperialen Gegenterror. Und der europäische Verfassungsentwurf?
Weiterhin befürwortet er, das die Kirchen, gemeinsam mit Attac und dem Europäischen Sozialforum fordern sollten, dass der vorliegende neoliberale EU-Verfassungsentwurf einer Volksabstimmung unterworfen wird, und dann dafür zu arbeiten, dass eine Mehrheit mit Nein dagegen stimmt.
Es ist wohltuend zu sehen, das es in den Kirchen auch sehr viele verantwortungsbewusste Menschen gibt, die sich mit den aktuellen Problemen der Menschen beschäftigen, weit entfernt von einem Mixa, einem Müller und einem Meißner, die sich alle samt das Mittelalter zurückwünschen.

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