- Die Religion ist Opium für das Volk -
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Katholische Fundamentalisten bedrohen evangelischen Pfarrer

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Der evangelische Pfarrer und Liedermacher Clemens Bittlinger wird einem «Spiegel»-Bericht zufolge wegen eines papstkritischen Liedes von katholischen Fundamentalisten bedroht. In dem Song werfe Bittlinger Benedikt XVI. vor, durch die Ablehnung von Kondomen für die Ausbreitung von Aids in Afrika mitverantwortlich zu sein, wie das Hamburger Nachrichtenmagazin am Samstag vorab meldete. Seitdem auf einer rechtskonservativen katholischen Internet-Seite über das Lied berichtet worden sei, erhalte er Drohschreiben. Darin werde Bittlinger etwa als «dreckige Protestantensau» und «vom Teufel besessen» bezeichnet. Die Wutwelle habe ihn “vollkommen unerwartet” getroffen, sagt Bittlinger. Die hessische Polizei nahm die Drohungen so ernst, dass sie ein Konzert unter Polizeischutz stellte und eine verdächtige Postsendung an ihn von einer Spezialeinheit öffnen ließ. Sein Dienstherr, Peter Steinacker, Kirchenpräsident von Hessen und Nassau, hat sich hinter ihn gestellt: “Die Kritik mancher katholischer Kreise, die sogar vor Morddrohungen nicht zurückschrecken, ist inakzeptabel.” Für ihn zeige sich da “ein Potential an Gewalt, Selbsterhöhung und fundamentalistischer Intoleranz, das als Gefahr jeder Religion und Konfession innewohnt!”

Petition von Norbert Denef

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Anlässlich eines Berichtes über eine Buchlesung von Norbert Denef in der Gedenkstätte Roter Ochse aus seinem Buch “Ich wurde sexuell missbraucht” möchten wir nochmals auf eine seine Petition “Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben” aufmerksam machen. Die Verjährungsfrist von sexuellen Gewaltverbrechen im Zivilrecht schützt die Täter, denn die Opfer können erst viele Jahrzehnte später über die Verbrechen sprechen. Sie müssen mit einer Verleumdungsklage rechnen, wenn sie nach der Verjährung ihr Schweigen brechen. Der Gesetzgeber macht sich mitschuldig an dem leidvollen Schweigen der Opfer. Er verhindert die Aufarbeitung der Verbrechen. Die bisherige Verjährungslogik verstößt gegen die Menschenrechte. HIER können Sie die Petition mitzeichnen.
Norbert Denef erhielt als erstes bekanntes Missbrauchsopfer in Deutschland von der Katholischen Kirche eine Abfindung in Höhe von 25 000 Euro - unter einer Bedingung: Er sollte sich verpflichten, über seine schrecklichen Erlebnisse weiter zu schweigen. Doch er hielt sich ganz bewusst nicht daran. Mit seinem Buch will er die Gesellschaft für das Thema sensibilisieren und Betroffene motivieren, ihr Schweigen zu brechen. So wie er es getan hat.


Der Meisner und sein Madel

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Dass Gloria von Thurn und Taxis im Laufe ihres Lebens eine enorme Wandlung durchlaufen hat - vom Punk zur strenggläubigen Katholikin - ist allgemein bekannt. Und auch Kardinal Meisner, für seine mit scharfer Zunge in Sekundenschnelle prächtig gefällten Urteile. “Die Fürstin und der Kardinal” haben gemeinsam ein ebenso genanntes Buch verfasst, und deshalb saßen sie im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bei Sandra Maischberger. Und dort bekam man tiefe Einblicke ins weltfremde Universum von Kardinal Meisner und Fürstin Gloria. Sozusagen Religionsunterricht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Im Blog “Edition Flint” finden sich sehr schöne Beispiele für die unterirdischen Äußerungen der beiden. Meisners Abneigung gegen Homosexualität, sein Kommentar, dass eine Frau nicht Familienministerin werden sollte, wenn sie wie Angela Merkel geschieden sei, und sein Vergleich von den Taten Herodes’, Hitlers und Stalins mit den „millionenfach umgebrachten ungeborenen Kindern“ sowie Äußerungen der Fürstin wie “Kondome schützen nicht vor Aids” oder “Was Aids verhindert, ist, wenn man weniger schnackselt“, lösten doch schon heftige Fluchtgefühle vor dem Fernseher aus. Und das die Gleichsetzung von Abtreibung mit Anti-Baby-Pille Proteste auslöst, dürfte dem aufgeklärten Fernsehzuschauer schon während der Sendung klar geworden sein. In einer tollen exotische Werbeveranstaltung für die katholische Kirche präsentierten sich diesen beiden Vertreter, als mittelalterlich-denkende Relikte. Von Frau Maischberger kann man halten was man will, aber an diesem Abend die Nerven zu behalten, war eine starke Leistung.

Scientology muss in Frankreich vor Gericht

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Die Scientology-Organisation muss sich in Frankreich wegen “Betrugs und krimineller Bandenbildung” gerichtlich verantworten. Wie am Montag aus Justizkreisen bekannt wurde, ist am Pariser Landgericht auf Anordnung des Untersuchungsrichters Jean-Christophe Hullin ein Verfahren gegen sieben Mitglieder der Organisation eröffnet worden. Unter ihnen befindet sich auch Alain Rosenberg, Direktor von Scientology in Frankreich. Im Rahmen desselben Verfahrens sind die sieben Mitglieder der Organisation auch der “illegalen Ausübung des Apothekerberufs” angeklagt. “Das ist ein großer Sieg”, sagte der Anwalt der zivilrechtlichen Nebenkläger, Olivier Morice, und fügte hinzu: “Der Richter hatte den Mut, das fügsame Verhalten der Staatsanwaltschaft gegenüber Scientology wegzufegen.” Einen Termin für den in Paris geplanten Strafprozess gibt es noch nicht. Als Nebenkläger tritt auch der französische Apotheker-Verband auf. Eine Verurteilung könne die Auflösung der Organisation zur Folge haben, sagte ein Justizsprecher am Montag in Paris.
1995 wurde eine erste Scientology-Vereinigung aufgelöst, weil sie sich weigerte, Steuern zu zahlen, weil ihr der Status als Kirche verweigert wurde. Im Februar sorgte die Kabinettschefin von Präsident Nicolas Sarkozy für Aufsehen, weil sie offen die Frage stellte, ob Scientology tatsächlich eine Gefahr darstelle. Sarkozy, der als Minister Scientology-Promi Tom Cruise empfing, versicherte darauf, der Staat werde “größtmögliche Härte” gegenüber Sekten zeigen.
In Belgien durchsuchte die Polizei im April 08 das Scientology-Hauptquartier in Brüssel, wo Dokumente und Computer beschlagnahmt wurden. Auch dort wird gegen die Organisation wegen Betrugsverdachts ermittelt.

Im Revier der Ökosekte

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Die Sekte „Universelles Leben“ hat sich in Unterfranken ausgebreitet. Ihre Anhänger verdienen viel Geld mit Biokost und Naturheilkunde. Manchen Menschen allerdings macht das System hinter der grün-frommen Kulisse Angst. Ein Besuch in Michelrieth.

von Constantin Magnis

Thomas Müller schaut noch einmal auf die Straße. Nur um sicherzugehen. „Nein, niemand“, sagt er beruhigt. „Die wissen noch nicht, dass Sie hier sind.“ Der 50-Jährige winkt uns an sein Auto. Besser, wir nehmen seines. Besser, die notieren sich gar nicht erst das fremde Kennzeichen, wer weiß, murmelt er. Vorsichtig kurvt er durch seinen Heimatort, Michelrieth in Unterfranken, bis zum Neubaugebiet am Waldrand. Müller wird stiller und macht sich klein hinterm Steuer. „Ab jetzt sind wir in deren Revier“, sagt er.
Weiße Engelsstatuen blicken unverwandt aus Büschen vor verschachtelten Häusern mit runden Fenstern, Menschen in wallenden Gewändern beäugen alarmiert Müllers Auto. „Die kennen mich schon“, sagt er. Als einer der wenigen im Ort traut Müller sich noch, öffentlich die Gruppierung zu kritisieren, gegen deren Ausbreitung sich hier früher noch eine ganze Bürgerbewegung mobilisieren ließ: die pseudo-christliche Öko-Sekte „Universelles Leben“ (UL), der schon vorgeworfen wurde, sie beute ihre Mitglieder wirtschaftlich aus, setze sie unter Psychodruck und versuche Kritiker mundtot zu machen.
An der Spitze der umstrittenen Sekte und ihren geschätzten 10000 Anhängern steht die bald 75-jährige Gabriele Wittek, die von sich behauptet, eine Prophetin, „die Göttliche Weisheit auf dem Thron Christi“ zu sein. Regelmäßig beglückt sie ihre Jünger mit scheinbar himmlischen Offenbarungen. ganzen Beitrag lesen … »

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